Donnerstag, 26. März 2009

06 - Verflucht nochmal

Natürlich haben wir uns, vor unserem Aufbruch in das fremde Land, auch Gedanken über die Sprache gemacht. Als wir endgültig sichergestellt hatten, dass die Kanadier definitiv nicht Schwedisch sprechen, fragten wir uns, wie lange es wohl dauern würde, bis unser etwas eingerostetes Englisch zu Hochformen aufläuft. Nach fast 6 Wochen kann man eines mit Sicherheit sagen: Unser Wortschatz hat sich um einiges erweitert. Ein nicht ganz unbedeutender Teil dieses neuen Vokabulars wurde durch die so unverblümte Ausdrucksweise der Einwohner von Vancouver geprägt. Diesen wird das Fluchen scheinbar bereits mit der Muttermilch eingetrichtert. Die meiste Zeit über ist es schwierig und eine echte Herausforderung, zwischen all den „Fucks“, noch andere Worte herauszuhören. Die restlichen Schimpfwörter, mit denen hier so selbstverständlich um sich geworfen wird, traut man sich wirklich kaum ins deutsche zu übersetzen. Da kann man noch was lernen!
Viel netter sind allerdings die Spitznamen, die unsere Kollegen uns gegeben haben. So sind wir nun weithin bekannt als „Cora the Explorer“ (Cora die Forscherin) und „Uli Bully“ (Uli der Tyrann).

Knutsch-den-Waschbaer

Die erste Woche in unserem neuen Heim liegt nun bereits hinter uns und wir haben uns ganz gut eingelebt. Man muss sich zwar erst mal dran gewöhnen, dass man im Pferdemist und mitten in der Kälte steht, sobald man mal aufs Klo muss oder Wasser zum Kochen holen will, aber das sollte ja kein Problem sein.
Das „Zimmer“ haben wir soweit ganz nett hergerichtet. Wir haben es neu gestrichen und versucht die Lecks, durch die es in den Raum tropft, abzudichten. Letzteres hat nicht ganz so gut funktioniert wie erhofft, aber wir ertrinken auch nicht in den reißenden Fluten, die in unsere Wohnhöhle schießen. Auch auf ein Bett, das uns einer meiner Kollegen seit dem Tag unseres Einzugs immer verspricht am nächsten Tag mitzubringen, hoffen wir noch immer – es läuft also gut.


GranvilleIsland1

Dank unseres fabelhaften Verhandlungsgeschicks, haben wir nun auch immer einen Tag die Woche frei, den Samstag. Den ersten freien Tag haben wir natürlich so gut wie möglich genutzt und sind nach Ausschlafen und tollem Frühstück aufgebrochen um Vancouver zu erkunden. Unser persönlicher Fremdenführer Wayne, den wir auf der Arbeit „aufgegabelt“ haben, geleitete uns nach Granville Island, wo wir ein wenig die Läden durchstöbert haben. Eine schöne Abwechslung – der nächste Samstag kann also kommen.

GranvilleIsland2

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