Freitag, 13. März 2009

05 - Der Tag an dem Ulrike ein Licht aufging

Liebe Märchenfreunde,

es ergab sich zu einer Zeit, als die Bären langsam aus ihrem Winterschlaf erwachten, die Schneeglöckchen ihre zarten Knospen gen Himmel reckten und zwei unerschrockene, unheimlich gutaussehende Frauen aufbrachen um eine neue Welt zu erkunden. Zu dieser Zeit trug es sich zu, dass eine dieser beiden Frauen, nach einem schweren Arbeitstag müde auf dem Bett saß. Gerade ließ sie sich von ihrer liebenden Freundin eine zweite Decke, vom über dem Bett angebrachten Regal reichen, als sie wie aus dem Nichts von einer fliegenden und offensichtlich wild gewordenen Taschenlampe angegriffen wurde. Diese war von der ganz bösartigen Sorte und zielte direkt auf das Auge der kampfunfähigen Frau, das sofort blutete und anschwoll. Dem Auge selbst ist glücklicherweise nichts passiert, doch Ulrike trägt nun ein wunderschönes Veilchen, das sich in den schönsten farblichen Schattierungen präsentiert, zur Schau.
Seltsamerweise erzählt sie aber jedem der es hören will diverse Geschichten. Beginnend damit, dass ich ihr das blaue Auge verpasst hätte bis dahin, dass sie des Nächtens als Boxerin im Fight-Club arbeite.

Blauaeugig


Gerade kommen wir von unserem Lieblingslokal, dem `Robson Sushi`, Sushiwo wir mal wieder über die Strenge geschlagen haben. All-you-can-eat ist halt auch eine heimtückische Sache. Nun liegen wir hier, halten unsere vollgefressenen Bäuche und schwören uns zum wiederholten Mal, nie mehr so viel zu essen.


bikeAußerdem steigen unsere Besitztümer in unserer momentanen Wahlheimat stetig. Seit wenigen Tagen sind wir stolze Eigentümer zweier Fahrräder samt Zubehör. Ich bin sogar unter die "Helmträger" gegangen, den Ulrike mir liebevoll bemalt hat. Die Räder haben wir heute zum ersten Mal auf dem Weg zur Arbeit getestet. Auf dem halbstündigen Weg musste ich – sportlich wie ich nun mal bin – nur 5 Pausen einlegen und mein Rad zwei Berge hochschieben. Doch das Geld, das wir dadurch sparen, dass wir nicht mehr mit dem Bus zur Arbeit fahren, ließ mich den ersten Tag durchhalten.


Neues gibt es auch in Sachen Wohnung. Nachdem wir schon seit 3 Wochen nach einem geeigneten und günstigen Zimmer suchen, besteht nun die Möglichkeit direkt auf der Rennbahn ein Zimmer zu bekommen. Die Zimmer dort sind im Prinzip umfunktionierte Pferdeboxen, die zumeist von den Mexikanischen Arbeitern bewohnt werden, kosten aber so gut wie gar nichts. Ein paar Arbeitskollegen haben schon angeboten uns einen Fernseher und andere Kleinigkeiten stiften zu können. Europaletten, die uns als Bettgestell dienen werden, haben wir heute schon mal gemopst und in unsere zukünftige Bleibe geschleppt. Nun müssen wir nur noch mal durchputzen und dann kann es losgehen mit der Heubodenromantik.
Dies bedeutet aber auch, dass wir dann fern der Zivilisation uns langsam hin zur Natur bewegen und dadurch auch auf die Vorzüge des ständigrn Internets verzichten müssen.

…und wenn sie nicht gestorben sind, dann misten sie noch heute!

Cora

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