Sonntag, 1. März 2009

04 - Cowboystiefel und Countrymusic

Liebe Lesenden,

Nach 9 Tagen der vergeblichen Suche, erfolglosen E-Mails zu 14 Tierschutzorganisationen und 15 Jobagenturen, kilometerlangen Märschen durch Vancouver und endlosen Touren mit den hiesigen öffentlichen Verkehrsmitteln (sprich Bus, Boot und Skytrain) um uns bei 5 Autohändlern, 7 Hotels und 10 Supermärkten vorzustellen, und einem ernüchternden Vorstellungsgespräch bei Walmart ist es ist geschehen- wir haben einen Job!
Einen, auf den wir von alleine auch nie gekommen wären…

Bei einem unserer täglichen Streifzüge durch die Arbeitswelt hat uns mal wieder jemand angequatscht mit dem glorreichen Vorschlag uns doch auf der Pferderennbahn zu bewerben.
PferdelaeuferIch war zwar nicht so schnell zu begeistern wie Cora, doch bei weiteren Überlegungen was denn eine Mögliche Position in solch einem „Unternehmen“ für mich sein könnte wurde es mir schnell klar- Maskottchen wär doch schön! Diese Stelle war, wie sich kurze Zeit später rausstellte, leider nicht zu vergeben.
Nun wurde aus mir ein "Pferdeläufer". Meine Hauptaufgabe besteht darin dem Jockey das Pferd nach dem Reiten abzunehmen, es zu putzen und dann mit ihm zu laufen (manchmal gehen auch die Pferde mit mir laufen- ganz schön nervöse Tierchen), aber bis jetzt ist mir wenigstens noch keines ausgekommen... was wirklich schon manchmal vorkommt.
Cora ist so was wie ein Pfleger. Sie macht die Ställe sauber und sattelt die Pferde bevor der Jockey kommt.
StallAusmisten
Leider weiß ich, im Vergleich zu ihr, noch nicht so genau wie viel ich verdiene- werde ich aber demnächst in Erfahrung bringen (hab heute meinen 3ten Tag gehabt) und meine Chefin wollte erst mal sehen, wie ich mich anstelle, weil ich nicht so mit meinem umfangreichen Pferdwissen geprahlt hab wie andere...
Wir müssen leider nun immer schon kurz nach 4 aufstehen, weil die Pferde früh versorgt werden müssen, sind aber dafür auch um 12.30 Uhr fertig. Das ganze geht ohne Unterbrechung 7 Tage die Woche- ganz schön hart und da fallen wir abends auch schon immer früh und ziemlich erschöpft ins Bett, aber wir wollen ja nur 3 Monate arbeiten und dann soll’s auch mal mit dem Reisen losgehen… und ein anderer Job war leider gar nicht in Aussicht. Es hat sich wirklich NIEMAND sonst für unsere zahllosen Qualitäten begeistern können- sehr ernüchternd!

Und außerdem will ich hiermit das Gerücht widerlegen, dass man sich so sehr auf die Kanadier verlassen kann. Ja, ja- wer sich da auf was verlässt ist dann auch in den unendlichen Weiten Kanadas verlassen. Sorry- aber wir hatten nun schon einige unzuverlässliche Zeitgenossen kennen lernen dürfen. Da wollen wir beispielsweise per Internet Fahrräder kaufen, der Preis war schon ausgemacht und dann wird sich einfach nicht mehr gemeldet; zu Verabredungen muss man auch nicht unbedingt kommen, genauso wie zur Arbeit- bei uns weiß meine Chefin morgens nie mit wie vielen ihrer Leute sie rechnen kann. Ach und überhaupt ist alles ziemlich unverbindlich und locker. Nett und aufgeschlossen sind sie ja, die Kanadier, aber für Verbindlichkeit gibt’s hier keine Übersetzung.

Liebe Grüße,
die Bockwurst und die Knackwurst

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...in Cora's und Uli's Kanada-Tagebuch. Hier gibts, für alle die es interessiert, die neusten Neuigkeiten.


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