03 - Der Irre mit dem Handtuch
Ein solches Hostelleben bietet allerlei Abwechslung. Das schönste daran aber ist die Vielzahl neuer, netter Menschen, die man dadurch kennenlernt.
So ist da zum Beispiel, der extrem gepflegte Franzose, der drei Zimmer weiter wohnt. Er ist sehr kommunikativ und man trifft man ihn zumeist auf dem Weg in die Küche, Dusche oder Toilette. Dabei schneidet er gerne mal das ein oder andere Gesprächsthema an, obwohl er eigentlich und offensichtlich durchaus schwer beschäftigt ist. Beispielsweise kann man ihn hier beim ständigen und überaus gründlichen Waschen seiner Füße und Beine im nahegelegenen Waschbecken beobachten. Gelegentlich wird diese Prozedur abgelöst von der Reinigung seiner Brusthaare und Spülung seiner Naseninnenwände an gleicher Stelle (sehr eklig!).
Dabei ist er immer in die, dieser Tätigkeit angemessenen, Arbeitskleidung gehüllt. Diese besteht ausschließlich aus einem kleinen roten Handtuch, dass kurz unter seinem Bierbauch, lässig um die Hüften geschwungen wurde. Er nimmt die Pflege seines kleinen Körpers sehr ernst und so ist er tagsüber, bei absolut jedem Verlassen des Zimmers, und auch bei nächtlichen Wanderungen zur Toilette, mit der Erfüllung seiner Säuberungsmission beschäftigt.
Sollte er seinen Arbeitsplatz , das Waschbecken, jedoch einmal für wenige Minuten verlassen, um eben mal kurz zu duschen, macht er dies fortwährend mit offener Tür.
Ein mindestens ebenso liebenswerter Zeitgenosse ist unser chinesisches Reinemach-Männchen. Zwar sieht er mit seinem faltigen Gesicht und den schicken Gummihandschuhen aus, wie einem Comic entsprungen, doch hat er sein Lächeln ganz offensichtlich im Land des Lächelns zurückgelassen. Er trägt eine immerzu mürrische Mine zur Schau und verliert auch kein Wort des Grußes. Bewaffnet mit vollen Müllsäcken, die er auf dem Rücken trägt, ist er stets zu Kochzeiten in der Küche anzutreffen, um den Inhalt der überquellenden Müllbehälter direkt neben dem Esstisch zu entnehmen.
Im Kellergeschoss des Hauses sind leider nicht alle Bewohner auch zahlende Gäste. Ein reges Treiben spielt sich oberhalb der abgehängten Decke ab. Dort kann man zu allen Tages- und Nachtzeiten dem fröhlichen Toben zahlreicher, vermutlich sehr großer, Nagetiere lauschen.
Doch nicht nur innerhalb unserer Casa de Canada, gibt es interessante Kreaturen. Die Weltwirtschaftskrise hat hier glücklicherweise noch keine großen Wellen geschlagen, denn es lassen sich hier, vor der Tür, zum einen die antreffen, die gerade etwas von ihrem Ersparten investiert haben und zu anderen die, die sich noch eine Kleinigkeit dazuverdient haben. Erstere erkennt man daran, dass sie ständig in irgendwelchen Ecken und Nischen ihre vollen Löffel über kleiner Flamme erhitzen, letztere an ihrem hitzigen Gemüt, welches sich auch schon morgens um 4 in ihrer spärlichen und extrem kurzen Bekleidung widerspiegelt.
Ihr seht, es besteht kein Grund zur Sorge, wir sind in bester Gesellschaft!
Liebe Grüße aus der Ferne,
die 2 von der Front
So ist da zum Beispiel, der extrem gepflegte Franzose, der drei Zimmer weiter wohnt. Er ist sehr kommunikativ und man trifft man ihn zumeist auf dem Weg in die Küche, Dusche oder Toilette. Dabei schneidet er gerne mal das ein oder andere Gesprächsthema an, obwohl er eigentlich und offensichtlich durchaus schwer beschäftigt ist. Beispielsweise kann man ihn hier beim ständigen und überaus gründlichen Waschen seiner Füße und Beine im nahegelegenen Waschbecken beobachten. Gelegentlich wird diese Prozedur abgelöst von der Reinigung seiner Brusthaare und Spülung seiner Naseninnenwände an gleicher Stelle (sehr eklig!).
Dabei ist er immer in die, dieser Tätigkeit angemessenen, Arbeitskleidung gehüllt. Diese besteht ausschließlich aus einem kleinen roten Handtuch, dass kurz unter seinem Bierbauch, lässig um die Hüften geschwungen wurde. Er nimmt die Pflege seines kleinen Körpers sehr ernst und so ist er tagsüber, bei absolut jedem Verlassen des Zimmers, und auch bei nächtlichen Wanderungen zur Toilette, mit der Erfüllung seiner Säuberungsmission beschäftigt.
Sollte er seinen Arbeitsplatz , das Waschbecken, jedoch einmal für wenige Minuten verlassen, um eben mal kurz zu duschen, macht er dies fortwährend mit offener Tür.
Ein mindestens ebenso liebenswerter Zeitgenosse ist unser chinesisches Reinemach-Männchen. Zwar sieht er mit seinem faltigen Gesicht und den schicken Gummihandschuhen aus, wie einem Comic entsprungen, doch hat er sein Lächeln ganz offensichtlich im Land des Lächelns zurückgelassen. Er trägt eine immerzu mürrische Mine zur Schau und verliert auch kein Wort des Grußes. Bewaffnet mit vollen Müllsäcken, die er auf dem Rücken trägt, ist er stets zu Kochzeiten in der Küche anzutreffen, um den Inhalt der überquellenden Müllbehälter direkt neben dem Esstisch zu entnehmen.
Im Kellergeschoss des Hauses sind leider nicht alle Bewohner auch zahlende Gäste. Ein reges Treiben spielt sich oberhalb der abgehängten Decke ab. Dort kann man zu allen Tages- und Nachtzeiten dem fröhlichen Toben zahlreicher, vermutlich sehr großer, Nagetiere lauschen.
Doch nicht nur innerhalb unserer Casa de Canada, gibt es interessante Kreaturen. Die Weltwirtschaftskrise hat hier glücklicherweise noch keine großen Wellen geschlagen, denn es lassen sich hier, vor der Tür, zum einen die antreffen, die gerade etwas von ihrem Ersparten investiert haben und zu anderen die, die sich noch eine Kleinigkeit dazuverdient haben. Erstere erkennt man daran, dass sie ständig in irgendwelchen Ecken und Nischen ihre vollen Löffel über kleiner Flamme erhitzen, letztere an ihrem hitzigen Gemüt, welches sich auch schon morgens um 4 in ihrer spärlichen und extrem kurzen Bekleidung widerspiegelt.
Ihr seht, es besteht kein Grund zur Sorge, wir sind in bester Gesellschaft!
Liebe Grüße aus der Ferne,
die 2 von der Front
cora_und_uli - 27. Februar, 01:28

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