15 - Licht und Schatten...
...liegen ja oft sehr nah beieinander, doch was uns seit dem letzten Eintrag alles passiert ist, ist mit Sicherheit mehr hell als dunkel. Da war z.B. diese unglaubliche Geschichte in unserem Lieblingsrestaurant, dem "Klondike Rib and Salmon BBQ". Wir versuchen uns diesbezüglich in Zurüchhaltung, weil dieses Restaurant leider nicht nur die mit Abstand besten Fish and Chips, smoked Salmon Wraps, Salate und Nachtische zaubern kann, sondern, weil Besuche dieser Art immer ein kleines Loch in unserer Reisekasse verursachen.

Neulich jedoch war es wieder einmal soweit! Gut gelaunt und mit gefüllter Geldbörse wurde uns ein Platz neben einem älteren Paar aus Oklahoma/USA zugewiesen. Wir bestellten reichlich und warteten voller Vorfreude auf unser Essen, das auch bald schon kam und unseren Erwartungen wie immer voll gerecht wurde. Während des Essens kamen wir dann auch mit unseren Tischnachbarn etwas ins Gespräch. Wir erzälten wo wir herkommen, von unser groben Jahresplanung, von unserem Housekeeping Job hier im Hotel und von "Big Bertha". Sie berichteten uns von Ihrer Kreuzfahrt, die sie gerade machen und davon, welche für das nächste Jahr geplant ist. Trotz ihrer, ganz anderen Art von Urlaub, war dem Paar die Begeisterung für unsere Reise anzumerken. Es war eine lustige Unterhaltung.
Während die beiden dann irgendwann zum Zahlen und anschließenden Gehen aufbrachen, blieben wir noch ein paar Minuten sitzen. Wir wissen noch nicht einmal den Namen dieser netten Menschen, die sich da still und heimlich aus dem Restaurant stahlen und beim Hinausgehen einfach unsere Rechnung mitbezahlten. So etwas unglaublich selbstloses haben wir noch nicht erlebt. Als wir später um die Rechnung baten und die Bedienung uns die Geschichte erzählte, fehlten uns die Worte. Ohne noch die Chance zu haben uns zu bedanken, waren die beiden verschwunden.

Auch unser nächstes Highlight beginnt eigentlich mit einem Abschied. Vielleicht muss man diesem Abschnitt noch vorausschicken, dass wir hier, in Whitehorse, das Fun and Sport Center für unseren täglichen Ausgleich und auch als Duschmöglichkeit entdeckt haben. Sogar die nicht so sportlichen 50% unserer Beziehung verkehren dort gerne, weil es dort ein Schwimmbad gibt. Der Pool selbst ist nicht so spannend, dafür aber das Drumerum. Es gibt dort eine Sauna, einen Hot-Tub, eine Rutsche, ein Sprungbrett und eine Liane, von der man sich mit Schwung ins kühle Nass befördern kann. Ferner sollen zahllose Bälle, Enten und Schaumstoffmatten den großen und kleinen Besuchern Spaß im Wasser vermitteln. Das Konzept geht auf. Leider jedoch wird der Pool alljährlich im Sommer für drei Wochen, zwecks Renovierungsarbeiten, geschlossen.
So zelebrierten wir vor wenigen Tagen unseren letzten Badetag. Aber irgendwie war alles anders. Der erste, der uns aus dem Wasser entgegen kam, hatte einen grünen Bart, der Zweite Blumen auf dem Rücken. Wo wir auch hinsahen waren bemalte Körper in und ums Wasser. Die Einen planschten vergnügt, die anderen malten sich fleißig weiter an. Das wollten wir auch! Schnell Farben und Pinsel besorgt und schon hatte Cora einen roten, feuerspeienden Drachen und ich eine Geisterlandschaft auf dem Rücken. Wir waren noch nicht ganz mit unseren Kunstwerken fertig, als eine Leutsprecherstimme zur Disziplin mahnte, wenn gleich alle beim Bademeister Eis in Waffeln abholen können. Ein wildes Durcheinander lebender Kunstwerke machte sich auf den Weg. Die einen noch neu und schön, andere, die wie Aquarelle mit ein wenig zu viel Aqua aussahen und wieder andere, die schon total verschmiert waren - alle wollten Eis! Und wir natürlich auch!
Gute Erwachsene, die wir nunmal sind, ließen wir den Kleinen den Vortritt. Eis gab es reichlich, nur Waffeln waren nicht so viele da... Da zeigte sich dann mal wieder die gelassene Art der Kanadier: Wer keine Waffel mehr bekam, der durfte halt die Hand aufmachen und das Eis direkt von der Haut schlecken. Wir entschieden uns für eine Schoko-Vanille Mischung, die wir dann mit reichlich Schokosoße verzierten und im Pool aufaßen. Auch die Fliesen bekamen einiges ab, doch das störte hier niemanden. Nebenbei bemerkt war das bei dem Farbspektakel auch schon egal. Als das Eis aufgelekt war und nur noch Schokosoße von Händen und Wangen zu entfernen war half ein Sprung ins Wasser und beim Auftauchen fühlten wir uns genauso jung, wie die Kleinen neben uns, die wissen, dass man eigentlich nicht so dreckig ins Wasser darf - es aber trotzdem tun.
So viel Licht gibt es aber meist leider nur in Kombination mit Schatten; und damit kommen wir auch schon zum nicht so schönen Teil der vergangenen Wochen. Mein 7 Monate alter Laptop verweigert uns seit neustem - aus heiterem Himmel und ohne unser Zutun - die Mitarbeit und gibt keinen Mux mehr von sich. Das ist eine mittelschwere Katastrophe- ist er doch fast unsere einzige Schnittstelle zur heimischen Außenwelt. Wir hoffen, wir können das Problem bald beheben lassen; bis dahin sind wir vielleicht nicht mehr ganz so einfach zu erreichen.

Außerdem habe ich mich, inspiriert von einem Gefühlsgemisch aus Ungerechtigkeit und Mitleid, strafbar gemacht:
"Angeklagte Ulrike S., Sie werden des geplantes Einbruchs und des heimtückischen Diebstahls bezichtigt!"
"Ich gestehe! Schuldig im Sinne der Anklage!" Zur Verteidigung:
Zum einen kann man ja nichts klauen, was einem quasi schon gehört, und zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob es auch ein Einbruch ist, wenn das Auto, aus dem man etwas stiehlt, gar nicht abgeschlossen war... Des Weiteren hat der Autohalter wahrscheinlich noch gar nicht bemerkt, dass er Coras Handtuch nicht mehr besitzt. Und überhaupt wurde uns das Handtuch ja wohl zuerst irgendwie aus der Damenumkleide im Schwimmbad geklaut. Wer strand denn bitteschön neulich pitsch-nass da und hat doof aus der Wäsche geschaut, als die 2 Handtücher weg waren. Und eines ist schließlich immer noch weg... Wahrscheinlich auch bei dem Typen, aber ich konnte ja schlecht das ganze Auto durchsuchen, während der kurz bei Wal-Mart war. Fakt ist, dass wir Eines zurückgeklaut haben. Und den Typen behalten wir im Auge, schließlich ist uns bei anderer Gelegenheit auch unser Rucksack samt Inhalt aus einem Umkleidespind geklaut worden (das Meiste hat das Sicherheitspersonal des Sportcenters aber wieder gefunden).

Und zu guter Letzt haben wir ein bißchen an Berthas Optik gearbeitet. Ja - seid wir nicht mehr so viel fahren, ging auch kaum noch etwas kaputt, so dass wir die Zeit für Schönheitsarbeiten nutzen konnten.
Uli

Neulich jedoch war es wieder einmal soweit! Gut gelaunt und mit gefüllter Geldbörse wurde uns ein Platz neben einem älteren Paar aus Oklahoma/USA zugewiesen. Wir bestellten reichlich und warteten voller Vorfreude auf unser Essen, das auch bald schon kam und unseren Erwartungen wie immer voll gerecht wurde. Während des Essens kamen wir dann auch mit unseren Tischnachbarn etwas ins Gespräch. Wir erzälten wo wir herkommen, von unser groben Jahresplanung, von unserem Housekeeping Job hier im Hotel und von "Big Bertha". Sie berichteten uns von Ihrer Kreuzfahrt, die sie gerade machen und davon, welche für das nächste Jahr geplant ist. Trotz ihrer, ganz anderen Art von Urlaub, war dem Paar die Begeisterung für unsere Reise anzumerken. Es war eine lustige Unterhaltung.
Während die beiden dann irgendwann zum Zahlen und anschließenden Gehen aufbrachen, blieben wir noch ein paar Minuten sitzen. Wir wissen noch nicht einmal den Namen dieser netten Menschen, die sich da still und heimlich aus dem Restaurant stahlen und beim Hinausgehen einfach unsere Rechnung mitbezahlten. So etwas unglaublich selbstloses haben wir noch nicht erlebt. Als wir später um die Rechnung baten und die Bedienung uns die Geschichte erzählte, fehlten uns die Worte. Ohne noch die Chance zu haben uns zu bedanken, waren die beiden verschwunden.

Auch unser nächstes Highlight beginnt eigentlich mit einem Abschied. Vielleicht muss man diesem Abschnitt noch vorausschicken, dass wir hier, in Whitehorse, das Fun and Sport Center für unseren täglichen Ausgleich und auch als Duschmöglichkeit entdeckt haben. Sogar die nicht so sportlichen 50% unserer Beziehung verkehren dort gerne, weil es dort ein Schwimmbad gibt. Der Pool selbst ist nicht so spannend, dafür aber das Drumerum. Es gibt dort eine Sauna, einen Hot-Tub, eine Rutsche, ein Sprungbrett und eine Liane, von der man sich mit Schwung ins kühle Nass befördern kann. Ferner sollen zahllose Bälle, Enten und Schaumstoffmatten den großen und kleinen Besuchern Spaß im Wasser vermitteln. Das Konzept geht auf. Leider jedoch wird der Pool alljährlich im Sommer für drei Wochen, zwecks Renovierungsarbeiten, geschlossen.
So zelebrierten wir vor wenigen Tagen unseren letzten Badetag. Aber irgendwie war alles anders. Der erste, der uns aus dem Wasser entgegen kam, hatte einen grünen Bart, der Zweite Blumen auf dem Rücken. Wo wir auch hinsahen waren bemalte Körper in und ums Wasser. Die Einen planschten vergnügt, die anderen malten sich fleißig weiter an. Das wollten wir auch! Schnell Farben und Pinsel besorgt und schon hatte Cora einen roten, feuerspeienden Drachen und ich eine Geisterlandschaft auf dem Rücken. Wir waren noch nicht ganz mit unseren Kunstwerken fertig, als eine Leutsprecherstimme zur Disziplin mahnte, wenn gleich alle beim Bademeister Eis in Waffeln abholen können. Ein wildes Durcheinander lebender Kunstwerke machte sich auf den Weg. Die einen noch neu und schön, andere, die wie Aquarelle mit ein wenig zu viel Aqua aussahen und wieder andere, die schon total verschmiert waren - alle wollten Eis! Und wir natürlich auch!
Gute Erwachsene, die wir nunmal sind, ließen wir den Kleinen den Vortritt. Eis gab es reichlich, nur Waffeln waren nicht so viele da... Da zeigte sich dann mal wieder die gelassene Art der Kanadier: Wer keine Waffel mehr bekam, der durfte halt die Hand aufmachen und das Eis direkt von der Haut schlecken. Wir entschieden uns für eine Schoko-Vanille Mischung, die wir dann mit reichlich Schokosoße verzierten und im Pool aufaßen. Auch die Fliesen bekamen einiges ab, doch das störte hier niemanden. Nebenbei bemerkt war das bei dem Farbspektakel auch schon egal. Als das Eis aufgelekt war und nur noch Schokosoße von Händen und Wangen zu entfernen war half ein Sprung ins Wasser und beim Auftauchen fühlten wir uns genauso jung, wie die Kleinen neben uns, die wissen, dass man eigentlich nicht so dreckig ins Wasser darf - es aber trotzdem tun.
So viel Licht gibt es aber meist leider nur in Kombination mit Schatten; und damit kommen wir auch schon zum nicht so schönen Teil der vergangenen Wochen. Mein 7 Monate alter Laptop verweigert uns seit neustem - aus heiterem Himmel und ohne unser Zutun - die Mitarbeit und gibt keinen Mux mehr von sich. Das ist eine mittelschwere Katastrophe- ist er doch fast unsere einzige Schnittstelle zur heimischen Außenwelt. Wir hoffen, wir können das Problem bald beheben lassen; bis dahin sind wir vielleicht nicht mehr ganz so einfach zu erreichen.

Außerdem habe ich mich, inspiriert von einem Gefühlsgemisch aus Ungerechtigkeit und Mitleid, strafbar gemacht:
"Angeklagte Ulrike S., Sie werden des geplantes Einbruchs und des heimtückischen Diebstahls bezichtigt!"

"Ich gestehe! Schuldig im Sinne der Anklage!" Zur Verteidigung:
Zum einen kann man ja nichts klauen, was einem quasi schon gehört, und zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob es auch ein Einbruch ist, wenn das Auto, aus dem man etwas stiehlt, gar nicht abgeschlossen war... Des Weiteren hat der Autohalter wahrscheinlich noch gar nicht bemerkt, dass er Coras Handtuch nicht mehr besitzt. Und überhaupt wurde uns das Handtuch ja wohl zuerst irgendwie aus der Damenumkleide im Schwimmbad geklaut. Wer strand denn bitteschön neulich pitsch-nass da und hat doof aus der Wäsche geschaut, als die 2 Handtücher weg waren. Und eines ist schließlich immer noch weg... Wahrscheinlich auch bei dem Typen, aber ich konnte ja schlecht das ganze Auto durchsuchen, während der kurz bei Wal-Mart war. Fakt ist, dass wir Eines zurückgeklaut haben. Und den Typen behalten wir im Auge, schließlich ist uns bei anderer Gelegenheit auch unser Rucksack samt Inhalt aus einem Umkleidespind geklaut worden (das Meiste hat das Sicherheitspersonal des Sportcenters aber wieder gefunden).

Und zu guter Letzt haben wir ein bißchen an Berthas Optik gearbeitet. Ja - seid wir nicht mehr so viel fahren, ging auch kaum noch etwas kaputt, so dass wir die Zeit für Schönheitsarbeiten nutzen konnten.
Uli
cora_und_uli - 29. August, 02:31

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