11 - Hüpfe Samba mit mir
Wir haben ein Bärenvideo gesehen! Das Video, das eigentlich nur ein Sicherheitsfilm zur Information über das Verhalten in Gefahrensituationen dienen sollte, hat mich direkt so geschockt und verängstigt, dass Ulrike mich nur noch mit viel Überredungskunst dazu bewegen konnte, überhaupt noch einen Fuß aus Bertha zu setzen. Da wir aber unseren ersten Nationalpark – den Kluane National Park - ansteuerten, musste ich raus. Doch dank Bärenspray und Bärenglöckchen, die wir nun
immer griffbereit haben und unseren immer lauten Unterhaltungen beim Wandern, fühle ich mich ein bisschen sicherer.Leider haben wir dadurch bislang auch alle anderen Tiere erfolgreich verscheucht. Auch den ersten Sonnenbrand des Jahres haben wir uns bei dieser Gelegenheit schon geholt. Trotz des Windes brannte die Sonne in den Bergen erbarmungslos. Auf einer unserer Wandertouren, haben wir es sogar über die Wolken geschafft!
Der Katzensprung über die Grenze von Alaska, hat sich etwas schwieriger gestaltet als erwartet. Nachdem wir eine Reifenpanne, auf Grund einer alten und undichten Felge, hatten und wieder Geld bei einer Werkstatt lassen mussten, brach uns am nächsten Tag, während der holprigen Fahrt auf einem Schotterhighway sowohl ein Hängeschrank, als auch die Fahrerarmlehne runter (ist aber schon wieder alles repariert). Zu allem Überfluss entschied sich die gute Bertha kurz darauf, mitten auf dem Highway gar nicht mehr weiter fahren zu wollen und erst mal eine Pause einzulegen. Aus unerklärlichen Gründen sprang sie irgendwann aber wieder an und hat uns doch noch zur Kanadisch-Amerikanischen Grenze gebracht. Dort angekommen wurden uns die Standardfragen nach Waffen und Drogen gestellt. Da wir nichts davon hatten, wollten sie wenigstens das von uns mitgeführte Netz mit Grapefruits genauer untersuchen. Anschließend mussten wir eine Gebühr zahlen um das Land betreten zu dürfen und Fingerabdrücke und Passbild hinterlassen. Nun sind wir also im System! Aber wir hatten Glück, denn die Grapefruits durften auch mit.

Hier in Alaska, wie auch schon vorher im Yukon, ist es die meiste Zeit hell. 3 bis 4 Stunden in der Nacht verschwindet die Sonne zwar, aber richtig dunkel wird es nicht. Um dem entgegenzuwirken und etwas besser schlafen zu können, haben wir uns den Bedingungen entsprechend angepasst und uns modisch schicke Augenmasken besorgt.
Auf Grund der hochsommerlichen Temperaturen hier wollten wir, alternativ zu den öffentlichen Duschen, mal versuchen uns in einem See zu waschen und dort auch zu schwimmen. Die einheimischen Wasserflöhe, Wasserwürmer, oder sonstiges Getier, haben uns und etwas abgeschreckt. Ulrike war natürlich so hart uns hat sich trotzdem reingewagt. Ich habe mich entschieden lieber etwas Geld für die Dusche auf einem Campingplatz aufzuwenden.
Einige Tage lang waren wir in Tok gestrandet um zu testen, ob Bertha wieder besser läuft. Ulrike war kurz davor sie entweder zu verkaufen oder irgendwo im Wald einfach abzustellen, wie das die einheimischen hier gerne mal tun. Nachdem sie aber irgendwas am Vergaser neu eingestellt hatte, lief Bertha wieder gut und hat uns problemlos nach Anchorage gebracht, womit sie sich gleich wieder in unsere Herzen gefahren hat. Neben all der Kritik muss man sie ja auch mal loben. Wir haben sie wirklich liebgewonnen.
Zusätzlich zu unseren neuen Frisuren wollte ich gerne auch mal wieder etwas an meiner Haarfarbe ändern und dachte, ich könnte ja mal Blondine sein. Nach dem Färben sah ich allerdings höchstens aus, als wäre ich ein wenig in der Sonne gewesen. Viel hat sich nicht getan.
Hier in Alaska ist schon ein deutlicher unterschied zu der Mentalität in Kanada zu spüren. Alles ist hier natürlich sehr amerikanisch. Als erstes fiel und aber der große Hang zu Schusswaffen auf. Nicht nur, dass es in den Supermärkten meist eine große Schusswaffenabteilung gibt, auch dass man hier gerne mal spaßeshalber aus dem Auto schießt. Das wird auf dem Highway zwar regelmäßig durch Schilder untersagt, doch die unzähligen, bereits durchlöcherten Ziele am Straßenrand sind auffällig.Auch nicht ganz so schön ist die nicht vorhandene Privatsphäre auf öffentlichen Supermarktparkplätzen, auf denen wir – wenn wir wie momentan in Großstädten sind – nachts zu verweilen pflegen. So bemerkten wir beispielsweise gestern erst viel zu spät, dass wir sehr interessiertes Publikum hatten, während wir ausgelassen zur Musik hüpfend miteinander durch unser Wohnmobil tanzten.
Naja, egal, Entertainment liegt uns eben im Blut, oder zumindest einem von uns.
Cora
cora_und_uli - 12. Juni, 23:59

Langsam müssen wir uns von Bertha trennen. Potentiell interessierte Käufer klicken
