Dienstag, 12. Januar 2010

21 – Tierisches Vergnügen

Die Feiertage haben wir ganz wundervoll verlebt. Wir haben uns über Weihnachten in ein Hotel eingebucht und fünf Tage lang den ganz normalen Luxus genossen ein warmes Zimmer, ein Bad mit fließendem Wasser und einen Fernseher zu haben. Und Ulrike war glücklich den hoteleigenen Fitnessraum nutzen zu können.
Wie haben das Zimmer ausgiebig weihnachtlich geschmückt, eine Lebkuchengrippe mit Knetfiguren gebastelt und Bowle gemacht. Clever wie wir sind, haben wir unseren Zweiplattenherd mit ins Zimmer geschmuggelt um festliche Weihnachtsgerichte zaubern zu können und so war es fast so gemütlich wie zu Hause.

weihnachten

Nachdem die Weihnachtstage wieder viel zu schnell vorbei waren, haben wir uns auf gemacht um Kanadas kleinste Provinz zu erkunden. Die Insel Prince Edward Island, die hier nur kurz P.E.I. genannt wird, ist über die 12,9 km lange Conferderation Bridge mit dem Festland verbunden.

bruecke

Auf der Brücke ist überholen strengstens verboten und es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Wir hatten also leichte Bedenken einen größeren Stau hinter uns zu verursachen. Zum Glück war aber kaum Verkehr und so sind wir schön gemütlich auf die andere Seite getuckert.sonnenuntergang
P.E.I. ist berühmt für seine Kartoffeln und in den Sommermonaten pilgern viele Touristen an die Küsten der Insel, die sich in einen einzigen Strand verwandeln. Im Winter macht dort eher niemand Urlaub. So sind wir von vielen der unglaublich netten Inselbewohner, mit verständnislosem Ausdruck auf dem Gesicht, gefragt worden, was wir denn jetzt hier machen.

Schneesturm

Schon am zweiten Tag gerieten wir in einen starken Schneesturm. Als wir schließlich nicht mehr weiterfahren konnten und in einem kleinen Dorf auf einem öffentlichen Parkplatz anhielten, dauerte es keine zwei Minuten bis ein besorgter Mann aus dem schneebaumNachbarhaus zu uns kam. Er lud uns ein hereinzukommen, mit ihm und seiner Familie zu essen – und auch zum Schlafen sei es in Bertha ja wohl zu kalt. Als wir dankend und etwas verlegen - wegen all der Großherzigkeit – ablehnten, verschwand er wieder im Haus und schickte seine Frau zu uns, um uns davon zu überzeugen, dass sie nette Menschen sind und wir doch ins Warme kommen sollen.
Deutsche Stoffel, die wir nunmal leider sind, haben wir erneut abgelehnt und uns später über uns selbst geärgert.

hummerEin Abenteuer der ganz anderen Art hat uns erwartet, als wir die Insel bereits fast ganz umrundet hatten. Dort haben wir uns zur ersten guten Tat im neuen Jahr entschlossen.
In unseren selbstgestalteten, knallroten T-Shirts mit der Aufschrift „Lobster rescue Team - 2nd Chance“ und mit Kriegsbemalung, haben wir die Fischtheke im nächstgelegenen Supermarkt gestürmt und die beiden Hummer unserer Wahl gekauft – natürlich lebend. In einer kleinen Wanne haben wir sie ins Wohnmobil geladen und sind zu einer Stelle am Meer rescueteamgefahren, die uns zuvor von Hummerkennern empfohlen wurde, und haben unsere zwei Hummerfreunde wieder zurück ins Meer geworfen.
Wir drücken die Daumen und hoffen das Beste für ihre zweite Chance.

Da wir mittlerweile bereits Januar schreiben und unser großes Abenteuer sich dem Ende entgegen neigt, müssen wir langsam, wohl oder übel, damit anfangen eine neue Familie für Bertha zu suchen. Wir haben Anzeigen für sie ins Internet gestellt und rund ums Wohnmobil Schilder angebracht. Besonders wohl ist uns nicht, bei dem Gedanken Bertha zurückzulassen.

ForSale

Aber da wir, trotz fleißigem Versuchen, noch immer nicht den kanadischen Lotto-Jackpot geknackt haben, bleibt uns wohl nichts anderes übrig.
Als zusätzliche Schwierigkeit hat sich herausgestellt, dass es im Gegensatz zu den West- und Mittelkanadischen Provinzen hier im Osten sehr wohl so etwas wie einen TÜV gibt. Diese neue Erkenntnis ruft uns doch gleich den verlorenen Auspuff, diverse Lecks, die eingeflexten und geklebten Bremsen, Risse in der Windschutzscheibe und einiges andere in Erinnerung.

Hundeschlitten4

Mittlerweile sind wir in Nova Scotia, unser letzten Provinz, angekommen. Bis nach Halifax, unserer Endstation, sind es nur Hundeschlitten3noch etwa 200 km – auf dem direkten Weg. Trotzdem sind wir noch eine kleine Schleife gefahren um eines der ganz großen Vorhaben für unseren Kanadaaufenthalt zu verwirklichen. Hundeschlitten fahren!
Die ganze Nacht haben wir vor Aufregung kaum eine Auge zugetan und als es dann losging war alles super spannend. Die kanadischen Eskimohunde, die die Schlitten gezogen haben, sind sehr nahe mit dem Wolf verwandt. Was man schon aus der Entfernung riecht und hört. Vor den Schlitten waren sie kaum zu halten und wollten unbedingt los. Jeder hatte ein Team von drei Hunden. Wir durften selbst der Hundeschlittenführer, der sogenannte Musher sein und unserem Team die Befehle geben. .Hundeschlitten2Allerdings muss man sich erstmal daran gewöhnen, dass man die Schlitten selbst gar nicht lenken kann, dafür hat man aber eine Bremse
Hundeschlitten fahren ist auch viel mehr körperliche Arbeit als man denken möchte, zumindest wenn man durch unebenes Terrain fährt. Hundeschlitten1Geht es bergauf, so muss man eben abspringen und den Schlitten auch mal selbst anschieben.
Alles in allem ein ganz tolles Erlebnis, das wir irgendwann bestimmt auch wiederholen werden.

Bis zum nächsten Mal,
eure Cora

Berthas Anzeige

Langsam müssen wir uns von Bertha trennen. Potentiell interessierte Käufer klicken hier

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...in Cora's und Uli's Kanada-Tagebuch. Hier gibts, für alle die es interessiert, die neusten Neuigkeiten.


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