08 - Der Traum vom Eigenheim - Teil 1
In den vergangenen Tagen habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt. Wie die Überschrift ja schon erahnen lässt, geht`s um unsere zukünftige Unterkunft. Ganz klar, dass das bei mir kein Haus sein kann - zumindest keines mit einem soliden Fundament, einem Vorgarten mit Obstbäumchen & Co. Nein - bei mir muss sich alles drehen und bewegen und flexibel sein. So haben wir uns vor ein paar Tagen in einer Gemeinschaftsleistung (Jasmine, Raymond - zwei vom Racetrack - Cora und ich) für ein Dodge Motorhome von 1976 entschieden.

Dieses rüstige Schmuckstück ist knapp 9m lang, hat uns ca. 2600€ gekostst und bietet mehr Luxus, als wir uns je von unserem Reisegefährt erhofft haben. So haben wir nun neben einem großen Bett auch massenhaft Stauraum, sowie ein kleines Bad mit Toilette und Dusche, eine Küche mit Kühlschrank und richtigem Herd samt Backofen (!), einem Tisch, 2 kleinen Sitzbänken und natürlich unser Fahrerkabine.
Technische Features: ein CD-Radio (die Lautsprecher dafür müssen wir erst noch finden, doch da sind ganz bestimmt irgendwo welche, oder?!), ein Generator, welcher die Gerätschaften im Inneren mit Strom versorgt (ist leider defekt und muss noch irgendwie gekauft und ausgetauscht werden), eine Klimaanlage, Power-Lenkung (inklusive komischer, schleifender Geräusche bei starker Lenkbewegung nach rechts… ähm - und auch nach links) und einer Nebelanlage unter der Kühlerhaube (zumindest sind nach unserer ersten Fahrt dicke Rauchwolken vor und hinter der Windschutzscheibe aufgestiegen).
Raymond meinte, dass das alles gar nicht tragisch sei und er das in kürzester Zeit reparieren kann. Auch andere Kollegen finden den Kauf super und so bekommen wir Feedbacks wie: „ach, das ist nicht so alt… gute Motoren haben die damals gebaut…“ oder „lasst mich wissen, wann ihr in Halifax seid, vielleicht komm ich hingeflogen und kauf ihn euch ab“. So vertrauen wir auf deren Fachkenntnisse und hoffen, dass wir wirklich mit dem Schätzchen irgendwann über die Stadtgrenzen von Vancouver hinaus kommen… Mit diesem Kauf steht auf jeden Fall fest, dass wir das große Abenteuer durch taktisch kluge Reisesteuerung noch ein bisschen spannender gestalten können…
Auch auf der Rennbahn weht ein neuer Wind. Die Rennsaison hat begonnen und so mischen sich unter den Wettfreudigen die Gewinner und Verlierer. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass Cora und ich gut beraten sind unserer Schäfchen schön brav im Trockenen zu halten. Wir lieben es ja Prognosen abzugeben, doch irgendwie haben wir ein Hänchen für die Verlierer. So lassen wir den Wettpart nun lieber gänzlich aus und konzentrieren uns auf den sportlichen Teil. Für uns ist es wirklich spannend zu sehen, wie unheimlich angespannt die Pferde sind, mit aufgerissenen Nüstern, weit geöffneten Augen und allzeit zur Flucht bereit. Im Vorfeld laufen sie sich mit einem anderen Pferd an der Seite ein (damit sie sich sicherer fühlen) und

dann geht’s zum Startgate und man kann förmlich das Adrenalin spüren. Manche sträuben sich in diese enge Vorrichtung eingesperrt zu werden, doch mit sanfter Gewalt lässt sich fast jeder Heißblütler zu einem kurzen Aufenthalt überreden. Auch für die Jockeys ist die Zeit im Gate nicht ungefährlich. Einige Pferde steigen und bocken, was die anderen Tiere nur noch mehr mitreist. Es gibt Jockeys die es da mit der Angst bekommen und rausgeholt werden. Anspannung pur! Doch für Mitleid ist nun der falsche Zeitpunkt. Mit einem Schlag springen die Tore auf und die Jagd beginnt.

Die Wetten sind gesetzt, alles soweit gesagt und nur wer die Nase zuerst durchs Ziel steckt hat`s zumindest für heute geschafft. Und dann geht`s im 2-3 Wochen Rhythmus wieder ins Startgate… Eine Viecherei, aber ich hab mir sagen lassen, dass es wie mit der Army ist - die einen Lieben es und die Anderen hassen es eben.
Ich für meinen Teil habe entschieden, dass der „Tag der Arbeit“ ein guter letzter Arbeitstag ist und so hatte ich letzten Freitag meinen Letzten. Mein Chef war voll süß und hat darauf bestanden, dass ich mindestens auch mal auf einem echten (pensionierten) Rennpferd reiten müsste, wenn ich schon auf der Rennbahn arbeitete. Und so kam es, dass ich nicht ganz ohne Stolz mit „Junjor“ die Stallgasse rauf und runter geritten bin.
Seh` ich nicht beinah wie ein professioneller Jockey aus!? Das sind übrigens mein Chef „Alex“, sein bereits erwähntes Pferd „Junjor“ , ich und „Twink“ die auch bei uns arbeitet.

Cora - die sich immer so schwer von allem trennen kann - wollte unbedingt noch eine Woche länger arbeiten und so quält sie sich nun jeden Tag um kurz vor 5 aus dem Bett, während ich mich noch einmal genüsslich zur anderen Seite des Bettes drehe. Aber auch bei ihr sind es nun nur noch wenige Tage mit ihren Kollegen Steve, Richard, Russ und Fran (die immer total nervt).

Zwischen all unserer Arbeit, haben wir es aber auch geschafft, mit meiner Kollegin Susan und deren Freundin, einen Ausflug ins Museum für Native Art zu unternehmen.

Ich habe in der Zwischenzeit ein bisschen Zeit um mich meiner Lieblingsbeschäftigung - dem Sport - zu widmen, der leider durch die tägliche, körperliche Arbeit etwas zu kurz gekommen ist. So geh ich nun wieder Laufen und Radfahren während Cora arbeitet und versuche nützliche Vorbereitungen zu treffen, damit es dann nächstes Wochenende endlich ohne weitere Verzögerung losgehen kann!
Uli

Dieses rüstige Schmuckstück ist knapp 9m lang, hat uns ca. 2600€ gekostst und bietet mehr Luxus, als wir uns je von unserem Reisegefährt erhofft haben. So haben wir nun neben einem großen Bett auch massenhaft Stauraum, sowie ein kleines Bad mit Toilette und Dusche, eine Küche mit Kühlschrank und richtigem Herd samt Backofen (!), einem Tisch, 2 kleinen Sitzbänken und natürlich unser Fahrerkabine.
Technische Features: ein CD-Radio (die Lautsprecher dafür müssen wir erst noch finden, doch da sind ganz bestimmt irgendwo welche, oder?!), ein Generator, welcher die Gerätschaften im Inneren mit Strom versorgt (ist leider defekt und muss noch irgendwie gekauft und ausgetauscht werden), eine Klimaanlage, Power-Lenkung (inklusive komischer, schleifender Geräusche bei starker Lenkbewegung nach rechts… ähm - und auch nach links) und einer Nebelanlage unter der Kühlerhaube (zumindest sind nach unserer ersten Fahrt dicke Rauchwolken vor und hinter der Windschutzscheibe aufgestiegen).
Raymond meinte, dass das alles gar nicht tragisch sei und er das in kürzester Zeit reparieren kann. Auch andere Kollegen finden den Kauf super und so bekommen wir Feedbacks wie: „ach, das ist nicht so alt… gute Motoren haben die damals gebaut…“ oder „lasst mich wissen, wann ihr in Halifax seid, vielleicht komm ich hingeflogen und kauf ihn euch ab“. So vertrauen wir auf deren Fachkenntnisse und hoffen, dass wir wirklich mit dem Schätzchen irgendwann über die Stadtgrenzen von Vancouver hinaus kommen… Mit diesem Kauf steht auf jeden Fall fest, dass wir das große Abenteuer durch taktisch kluge Reisesteuerung noch ein bisschen spannender gestalten können…
Auch auf der Rennbahn weht ein neuer Wind. Die Rennsaison hat begonnen und so mischen sich unter den Wettfreudigen die Gewinner und Verlierer. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass Cora und ich gut beraten sind unserer Schäfchen schön brav im Trockenen zu halten. Wir lieben es ja Prognosen abzugeben, doch irgendwie haben wir ein Hänchen für die Verlierer. So lassen wir den Wettpart nun lieber gänzlich aus und konzentrieren uns auf den sportlichen Teil. Für uns ist es wirklich spannend zu sehen, wie unheimlich angespannt die Pferde sind, mit aufgerissenen Nüstern, weit geöffneten Augen und allzeit zur Flucht bereit. Im Vorfeld laufen sie sich mit einem anderen Pferd an der Seite ein (damit sie sich sicherer fühlen) und

dann geht’s zum Startgate und man kann förmlich das Adrenalin spüren. Manche sträuben sich in diese enge Vorrichtung eingesperrt zu werden, doch mit sanfter Gewalt lässt sich fast jeder Heißblütler zu einem kurzen Aufenthalt überreden. Auch für die Jockeys ist die Zeit im Gate nicht ungefährlich. Einige Pferde steigen und bocken, was die anderen Tiere nur noch mehr mitreist. Es gibt Jockeys die es da mit der Angst bekommen und rausgeholt werden. Anspannung pur! Doch für Mitleid ist nun der falsche Zeitpunkt. Mit einem Schlag springen die Tore auf und die Jagd beginnt.

Die Wetten sind gesetzt, alles soweit gesagt und nur wer die Nase zuerst durchs Ziel steckt hat`s zumindest für heute geschafft. Und dann geht`s im 2-3 Wochen Rhythmus wieder ins Startgate… Eine Viecherei, aber ich hab mir sagen lassen, dass es wie mit der Army ist - die einen Lieben es und die Anderen hassen es eben.
Ich für meinen Teil habe entschieden, dass der „Tag der Arbeit“ ein guter letzter Arbeitstag ist und so hatte ich letzten Freitag meinen Letzten. Mein Chef war voll süß und hat darauf bestanden, dass ich mindestens auch mal auf einem echten (pensionierten) Rennpferd reiten müsste, wenn ich schon auf der Rennbahn arbeitete. Und so kam es, dass ich nicht ganz ohne Stolz mit „Junjor“ die Stallgasse rauf und runter geritten bin.Seh` ich nicht beinah wie ein professioneller Jockey aus!? Das sind übrigens mein Chef „Alex“, sein bereits erwähntes Pferd „Junjor“ , ich und „Twink“ die auch bei uns arbeitet.

Cora - die sich immer so schwer von allem trennen kann - wollte unbedingt noch eine Woche länger arbeiten und so quält sie sich nun jeden Tag um kurz vor 5 aus dem Bett, während ich mich noch einmal genüsslich zur anderen Seite des Bettes drehe. Aber auch bei ihr sind es nun nur noch wenige Tage mit ihren Kollegen Steve, Richard, Russ und Fran (die immer total nervt).

Zwischen all unserer Arbeit, haben wir es aber auch geschafft, mit meiner Kollegin Susan und deren Freundin, einen Ausflug ins Museum für Native Art zu unternehmen.

Ich habe in der Zwischenzeit ein bisschen Zeit um mich meiner Lieblingsbeschäftigung - dem Sport - zu widmen, der leider durch die tägliche, körperliche Arbeit etwas zu kurz gekommen ist. So geh ich nun wieder Laufen und Radfahren während Cora arbeitet und versuche nützliche Vorbereitungen zu treffen, damit es dann nächstes Wochenende endlich ohne weitere Verzögerung losgehen kann!
Uli
cora_und_uli - 7. Mai, 23:30
Nadine (Gast) - 17. Mai, 20:51
Hey Ihr Zwei!
Dann habt ihr also endlich die Schufterei überstanden und euch somit den Aufbruch in die weiten Kanada's so richtig verdient...Das Motorhome ist ja der Knaller!
Ich hoffe, daß ihr einen Weg durch die Nebelschwaden gefunden habt und es trotz des betagten Alters als Fortbewegungsmittel+neues Heim recht komfortabel ist. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wo euch die Reise weiter hinführen wird! Ich drücke euch natürlich die Däumchen, daß alles nach Wunsch verlaufen wird und wünsche euch jetzt erstmal ne entspanntere Zeit nach solch körperlich anstrengender Arbeit.
Haltet euch weiter tapfer!
Ich hoffe, daß ihr einen Weg durch die Nebelschwaden gefunden habt und es trotz des betagten Alters als Fortbewegungsmittel+neues Heim recht komfortabel ist. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wo euch die Reise weiter hinführen wird! Ich drücke euch natürlich die Däumchen, daß alles nach Wunsch verlaufen wird und wünsche euch jetzt erstmal ne entspanntere Zeit nach solch körperlich anstrengender Arbeit.
Haltet euch weiter tapfer!
cora_und_uli - 19. Mai, 19:39
Unterwegs
wir halten uns tapfer! unser neues zu hause ist manchmal ein wenig bockig, doch wir machen das schon irgendwie.
und auch nicht mehr arbeiten zu müssen und einfach in den tag hinein zuleben ist nett. wir können uns jeden tag neu überlegen, wohin wir fahren und was wir sehen möchten ;)
auch wenn die arbeit sehr schön war!
wie läufts denn in der heimat?
liebe grüße
cora
und auch nicht mehr arbeiten zu müssen und einfach in den tag hinein zuleben ist nett. wir können uns jeden tag neu überlegen, wohin wir fahren und was wir sehen möchten ;)
auch wenn die arbeit sehr schön war!
wie läufts denn in der heimat?
liebe grüße
cora

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WOW
Alles im Griff ;0)
Viel Spaß damit, wenn die Reise endlich für Euch beginnen kann.
LG
schaukeln...
und wenn sie nicht gestorben sind, dann schaukeln sie noch heute ;)