Mittwoch, 16. Dezember 2009

20 - Früchte des Meeres

wanderspassUm das nächste Stückchen des Landes zu erobern mussten wir erstmal des St. Lorenz Strom überqueren und das ging am einfachsten per Fähre. Die Fahrt dauerte nur 2 Stunden, doch der starke kalte Wind ließ das Schiff schön schaukeln, so dass wir beide ein wenig mitgenommen waren und ich mich die komplette Zeit über an einer der überall bereitgelegten Tüten festklammerte und froh war, als wir wieder festen Boden unter den Füßen und Rädern hatten.

Im Forillion Nationalpark haben wir das schöne Winterwetter für einige Wanderungen genutzt, zu denen ich mich - da Wandern ja nicht zu meinen ganz großen Leidenschaften zählt - von Ulrike habe überreden lassen. Es hat sich aber gelohnt, vor allem, weil ich unterwegs mit ein paar Waldbewohnern Freundschaft geschlossen habe.

vogel

Anfang Dezember war es endlich an der Zeit Bertha entgültig für die anstehenden Festlichkeiten zu dekorieren und so haben wir uns einen kleinen Weihnachtsbaum gekauft. Den haben wir stolz in der Fahrerkabine aufgestellt, mit dem Getränkehalter als Christbaumständer. Diese Meisterleistung der Montage mussten wir jedoch schon nach einem Tag wieder zu nichte machen, als uns auffiel, dass man nun leider eine sehr eingeschränkte Sicht auf die Straße hatte. Nach einigem hin und her haben wir den Baum nun an der Kühlerhaube befestigt und ihn nicht mit Lichterketten und Kugeln, sondern mit einer hübschen Schleife geschmückt, und tragen ihn wie eine Gallionsfigur vor uns her.

weinachtsbertha

Die Provinz Quebéc haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und befinden uns nun in New Brunswick. Uninformiert wie schneeuliich nun mal bin, dachte ich eigentlich, dass Quebéc die einzige französischsprachige Provinz Kanadas sei. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass New Brunswick eine zweisprachige Provinz ist, in der es sowohl englische als auch französische Gebiete gibt.
Unser erster Stopp in New Brunswick war das kleine Städtchen Caraquet.

Mit unserer festlich dekorierten Bertha standen wir – noch etwas unschlüssig was wir als nächstes tun wollen – auf dem Parkplatz einer Mall, als wir ein Auto um uns kreisen sehen. Als es schließlich neben uns zum stehen kommt und das Fester geöffnet wird sehen wir zwei ältere Damen vor uns, die uns für Wahrsagerinnen hielten. Nachdem klargestellt war, dass wir über keinerlei mediale Fähigkeiten verfügen, luden sie, Alma und Florence, uns zu einer kleinen privaten Stadtbesichtigung ein. Als erstes machten wir bei einem Fischladen halt, in dem Florence die etwas überrumpelte Verkäuferin davon überzeugte, dass sie uns - da wir schließlich Besucher sind – alles mal umsonst kosten lassen müsse. Nach wenigen Minuten hatten wir also Shrimps, Skampi und Austern probiert (später noch Hummer und Jakobsmuscheln und irgendwelche großen, in Essig eingelegten Muscheln gegessen) und noch eine halbe Riesenkrabbe für zu Hause eingepackt bekommen.

delikatessen

Für die Nacht sollten wir Bertha in Almas Einfahrt parken, die uns aber gleich mit in die Wohnung genommen, uns ihren Mann SeeglasAndré vorgestellt und uns herrlich bekocht hat. Eigentlich wollten wir schon am nächsten Tag wieder aufbrechen, doch unsere Gastgeberin war so herzlich und wollte uns auch eigentlich noch gar nicht gehen lassen und wir haben uns furchtbar wohl gefühlt. So hat sie uns am zweiten Tag das Gästezimmer hergerichtet und uns mit leckerem Essen versorgt, was wir unheimlich genossen haben.

Alma

Mit Florence waren wir am Strand und haben nach Seaglass gesucht. Dabei handelt es sich um Stückchen alten Glases, die schon seit ewigen Zeiten im Meer treiben und dabei zu wirklich schönen Formen geschliffen werden. Aus diesen alten Glasstückchen machen einige Leute hier vor Ort Schmuck, den sie dann für teures Geld wieder verkaufen. Eine sehr schöne und originelle Art des Recyclings, bei der wir auch das ein oder andere zukünftige Schmuckstück gefunden haben.

florence

Nach all dieser Gastfreundlichkeit fiel uns der Abschied nach drei Tagen nicht leicht, aber wir mussten weiter. Doch Alma hat uns nicht gehen lassen, ohne uns noch jede Menge Proviant einzupacken und hat uns sogar noch Sandwiches für unterwegs gemacht.

Schon in der nächsten Stadt jedoch hatten wir mal wieder einen platten Reifen, den es uns auf dem Highway völlig zerfetzt hat und da mal wieder Wochenende war, waren wir also drei Tage gestrandet, bis wir ein neues Exemplar erstehen konnten. Doch da wir das mittlerweile gewohnt sind, haben wir uns die Zeit mit vorweihnachtlichem Shoppen und Kinogängen vertrieben.

teilderkunst

In Saint John haben wir uns ein beeindruckendes Naturschauspiel – die „Reversing Falls“ angesehen. Hier fließt ein Fluss über einen kleinen Wasserfall in eine Meeresbucht. Das allerdings nur bei Ebbe. Bei Flut steigt der Meeresspiegel so weit an, dass er höher ist als der Fluss und somit das Wasser vom Meer in den Fluss fließt. Kurzum: Der Fluss ändert also zwei mal täglich seine Fließrichtung.

moose1

Und zum Schluss noch eine Neuigkeit der ganz anderen Art haben wir außerdem auch zu verkünden. Nach gemeinsamen 27 Jahren der Fleischabstinenz haben wir uns entschlossen, dem wieder ein Ende zu bereiten. Besondere Freundschaft haben wir bereits mit der hiesigen Fast Food Kette A&W geschlossen, die uns jetzt gelegentlich zum Burgerschlemmen begrüßen dürfen.

AandW

Liebe Grüße an alle Daheimgebliebenen,
eure Cora

Berthas Anzeige

Langsam müssen wir uns von Bertha trennen. Potentiell interessierte Käufer klicken hier

Herzlich Willkommen...



...in Cora's und Uli's Kanada-Tagebuch. Hier gibts, für alle die es interessiert, die neusten Neuigkeiten.


Besucher

Aktuelle Beiträge

Bewegte Bilder
Ihr Lieben, es ist schon eine Weile her, dass wir...
cora_und_uli - 15. Oktober, 13:06
08 - Der Traum vom Eigenheim...
In den vergangenen Tagen habe ich mir einen Kindheitstraum...
cora_und_uli - 8. Juni, 13:29
23 - Heimatgefühle
Mit schweren Herzen und gesenkten Köpfen sind wir zum...
cora_und_uli - 21. Februar, 12:14

Uhrzeit

Deutschland
Bechtheim
Kanada
Halifax